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Noch bis zum 31. März 2022 laufen alle Kooperationsverträge mit den bisherigen Zertifizierungsgesellschaften weiter. Danach prüft eine neue Gesellschaft das Qualitätssiegel Geriatrie als Fachzertifikat.

Aufgrund wesentlicher unterschiedlicher Rechtsauffassungen zwischen der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) und den Verbänden, die Zertifizierungsverfahren im Bereich der Rehabilitation anbieten (sogenannte „Herausgebende Stellen“), können die Zertifizierungsverfahren, die seit über zehn Jahren etabliert sind, nicht wie bisher fortgesetzt werden. Davon betroffen ist auch das Qualitätssiegel Geriatrie.

Vor diesem Hintergrund entwickelt der Bundesverband Geriatrie derzeit das Qualitätssiegel Geriatrie weiter. Dabei gilt: „Als Herausgebende Stelle gewährleisten wir weiterhin die volle Laufzeitdauer aller ausgestellten Zertifikate“, wie Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie, betont.

Alle Qualitätssiegel, die auf Grundlage eines bis zum Stichtag 31. März 2022 durchgeführten Verfahrens ausgegeben wurden, genießen Bestandsschutz. Dies ist u. a. eindeutig in einer Vereinbarung geregelt, die gemeinsam mit folgenden Stellen verfasst wurde:

  • den Krankenkassen,
  • der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS),
  • der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR),
  • der Rentenversicherung
  • dem Bundesministerium für Gesundheit sowie
  • dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

„Insbesondere für alle Rehabilitationseinrichtungen gilt, dass die gesetzlich vorgeschriebene Zertifizierungspflicht gemäß § 37 Abs. 3 SGB IX sowohl in der Vergangenheit als auch zukünftig mit dem Qualitätssiegel Geriatrie vollumfänglich erfüllt werden kann“, unterstreicht van den Heuvel.

Zum Hintergrund: Aus Sicht der Verbände unbegründete Vorgaben der DAkkS

Um zu prüfen, ob Krankenhäuser und Reha-Kliniken die Qualitätsmerkmale erfüllen, kooperierte der Bundesverband Geriatrie mehr als zehn Jahre mit ausgewählten, besonders kompetenten Zertifizierungsgesellschaften. Denn für das Siegel wurden u. a. die Anforderungen der DIN 9001 in Qualitätsmaßstäbe umgesetzt, die aus der Geriatrie heraus entwickelt worden sind. Daneben enthält es besondere Aspekte der altersmedizinischen Versorgung in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen. Das Auditverfahren sowie die Zertifizierung erfolgten unabhängig, die Auditoren mussten besondere altersmedizinische Erfahrungen und Kenntnisse mitbringen, um den „fachlichen Blick“ zu sichern.

Bisher benötigten die Zertifizierungsgesellschaften dafür keine gesonderte Akkreditierung der DAkkS. Doch nun fordert diese für die Zukunft genau das: Zertifizierungsgesellschaften sollen verpflichtet werden, sich bei der DAkkS zu akkreditieren. Aus Sicht des Bundesverbands Geriatrie gibt es hierfür jedoch keine fachlichen Argumente: „Die DAkkS-Akkreditierung ist hinsichtlich des Qualitätssiegels Geriatrie kein Qualitätsmerkmal“, so van den Heuvel.

Ausblick: Ein neuer, starker Partner sorgt für Unabhängigkeit

„Um sicherzustellen, dass auch zukünftig einzig fachlich-inhaltliche Aspekte ausschlaggebend sind für die Inhalte des Qualitätssiegels, die Gestaltung des Zertifizierungsverfahren sowie die Auswahl des Zertifizierers, streben wir als Herausgebende Stelle auch in Zukunft keine Akkreditierung durch die DAkkS an“, stellt van den Heuvel klar. Der Bundesverband Geriatrie sah sich daher rechtlich dazu gezwungen, die Kooperationsverträge mit den bisherigen Zertifizierungsgesellschaften zum Ende der Übergangsfrist zum 31.03.2022 zu beenden. Damit kann keine der Zertifizierungsgesellschaften, mit denen der Verband bisher zusammengearbeitet hat, nach dem 31.03.2022 Leistungen im Zusammenhang mit dem Qualitätssiegel Geriatrie mehr anbieten.

Stattdessen wird ab 1. April 2022 eine neue Zertifizierungsgesellschaft, die speziell dieses Verfahren betreut, das Qualitätssiegel Geriatrie prüfen. Sie wird durch einen starken Partner des Bundesverbandes aus dem Qualitäts- und Zertifizierungswesen gegründet. Zudem lassen sich durch diese Zusammenarbeit die fachlich-qualitativen Ansprüche noch stärker berücksichtigen. So wird die neue Gesellschaft ausschließlich Fachauditoren einsetzen, die nicht nur über besondere Erfahrungen im Bereich der Geriatrie verfügen, sondern auch hinsichtlich des Zertifikats speziell geschult werden.

Wenn Sie Fragen zu dem Übergang der Zertifikate haben oder sich für eine Zertifizierung interessieren, können Sie sich in der Übergangszeit direkt an den Bundesverband wenden.

Mitglieder können sich nach dem hier weitere Informationen herunterladen.

 

 

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