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Die Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen und der Bundesverband Geriatrie haben ein Weiterbildungscurriculum für das Entlassmanagement in der Geriatrie erarbeitet. Der Testlauf der Weiterbildung startet 2022.

Der gut geplante Übergang in die Versorgung nach einem stationären Aufenthalt in einer Klinik bzw. Rehabilitation hat für Patientinnen und Patienten einen großen Stellenwert. Zudem steigen die Anforderungen und gesetzlichen Verpflichtungen der medizinischen Einrichtungen in diesem Bereich. „Daran knüpft die neue Fachweiterbildung ‚Entlassmanagement in der Geriatrie‘ an“, unterstreicht Michaela Brooksiek, beim Bundesverband Geriatrie Referentin für das Weiterbildungsprogramm Zercur Geriatrie®. „Damit versetzen wir die Mitarbeitenden beim Entlassmanagement in die Lage, die komplexen Versorgungsbedarfe älterer Menschen durch differenzierte Assessments zu ermitteln und die passende Unterstützung zu vermitteln.“

Der gesetzlichen Verantwortung gerecht werden

Die Unterstützung nach dem stationären Aufenthalt regeln die bundesweiten Rahmenverträge Entlassmanagement, die seit Oktober 2017 (für Akutkrankenhäuser) bzw. Februar 2019 (für Rehabilitationskliniken) bestehen. Dabei geht es um die Zusammenarbeit mit Kranken- und Pflegekassen sowie Nachversorgern genauso wie um die Anträge für genehmigungspflichtige Leistungen, Informationsweitergabe und Datenschutz. Da geriatrische Patientinnen und Patienten häufig in Mobilität und Selbstversorgung eingeschränkt sind, werden spezifische Kenntnisse benötigt, um ihren komplexen Versorgungsbedarfen gerecht zu werden.

Hier setzt die Fachweiterbildung an, die der Bundesverband Geriatrie gemeinsam mit der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG e.V.) entwickelt hat. In mehreren Modulen beinhaltet sie neben dem interdisziplinären Grundlagenseminar zu den zentralen altersmedizinischen Themen (Zercur Geriatrie®-Basislehrgang) die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen, die anzuwendenden Assessments sowie Aspekte des Case- und Care Managements. Weitere Themen sind die Einführung in die geriatrische Versorgungslandschaft, die Fähigkeiten zur Kommunikation zwischen allen am Entlassmanagement Beteiligten sowie die Anforderungen der Digitalisierung.

Pilot mit fünf Weiterbildungsanbietern

Die Weiterbildung richtet sich an Personen aus dem pflegerischen oder therapeutischen Bereich, mit der Qualifikation „Soziale Arbeit“, aus der Funktionseinheit Sozialdienst sowie aus Berufsgruppen, die in das Entlassmanagement einbezogen sind. Auch für Personen aus ambulanten oder stationären Settings, die an geriatrischen Themenfeldern interessiert sind (z. B. Pflegestützpunkte, kommunale Einheiten), ist sie geeignet.

Die Vermittlung der Lehrinhalte erfolgt durch ein multiprofessionelles Dozententeam. Die theoretische Ausbildung wird ergänzt durch den klaren Bezug zu praktischen Tätigkeiten innerhalb der Altersmedizin. Brooksiek: „Dies zeigt sich auch daran, dass eine Anmeldung erst dann erfolgen kann, wenn mindestens zwei Jahre Berufserfahrung im Umgang mit geriatrischen Patientinnen und Patienten vorliegt.“

Regulärer Start für Herbst 2023 geplant

Die Gesamtdauer der Weiterbildung beträgt maximal zwei Jahre ab dem ersten Teilnahmetag. Für die Anmeldung zu den einzelnen Modulen, die Gebühren für Kurse und Prüfung sind die einzelnen Weiterbildungsanbieter zuständig. An dem Probelauf, der 2022 startet, beteiligen sich folgende Einrichtungen: Agaplesion Akademie Heidelberg, Albertinen Akademie Hamburg, Alexianer GmbH Institut für Fort- und Weiterbildung Berlin, Diakovere Akademie Hannover und EGZB-Akademie Berlin. Weitere Details zur Fortbildung finden Sie hier.

Um den regulären Start im Jahr 2023 vorzubereiten, wird der Pilot ab dem Frühsommer 2022 evaluiert. „Damit bieten wir eins der ersten, wenigen
Weiterbildungsangebote für das Entlassmanagement in der Geriatrie“, resümiert Brooksiek.

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