Der Bundesverband Geriatrie ist die zentrale verbandspolitische Vertretung der auf die Versorgung geriatrischer, das heißt betagter und hochbetagter Patienten spezialisierten Einrichtungen und Fachabteilungen in Deutschland. Zudem bestehen erste Partnerschaften in Österreich und der Schweiz. Als Spitzenverband im Gesundheitswesen bündeln wir die Interessen unserer mehr als 370 Mitgliedseinrichtungen mit rund 23.000 Betten beziehungsweise Behandlungsplätzen und vertreten sie gegenüber der Politik, anderen Akteuren des Gesundheitswesens und der Öffentlichkeit. Unser übergeordnetes Ziel ist dabei die Förderung der fachspezifischen Versorgung durch die Stärkung des Fachgebietes Geriatrie.

Der Bundesverband Geriatrie ist als eingetragener Verein organisiert. Darüber hinaus gibt es 15 Landesverbände in den jeweiligen Bundesländern. Die Geschäftsstelle mit Sitz in Berlin steuert die operativen Geschäfte des Verbandes. Der Verein trägt sich primär über die Beiträge seiner Mitglieder und ist damit auch aus finanzieller Sicht unabhängig.

Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft beim Bundesverband Geriatrie

Mitglieder des Bundesverbandes Geriatrie können Träger von Einrichtungen sein, die der stationären, teilstationären (zum Beispiel in Tageskliniken) oder ambulanten Behandlung (zum Beispiel geriatrische Schwerpunktpraxen) älterer Menschen dienen. Ihr Aufgabenspektrum umfasst dabei sowohl die Akutbehandlung sowie die (Früh-)Rehabilitation. Dabei steht sowohl die Behandlung altersbedingter Krankheiten und Einschränkungen im Fokus, wie auch die Behandlung akuter Erkrankungen unter besonderer Beachtung und Mitbehandlung der altersbedingten gesundheitlichen Einschränkungen der geriatrischen Patienten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vermeidung oder Minderung insbesondere von Pflegebedürftigkeit, vor allem durch frühzeitige rehabilitative Maßnahmen. Unsere Mitgliedseinrichtungen müssen fachlich mindestens unter ständiger ärztlicher Verantwortung stehen. Der Arzt muss eine spezielle Ausbildung zum Geriater absolviert haben.

Als einer der wenigen Verbände knüpfen wir die Aufnahme neuer Mitglieder an die Erfüllung klar definierter Strukturqualitätskriterien. Das Aufnahmeverfahren sieht eine rund 20-seitige detaillierte Selbstbewertung der Einrichtung vor, die dann im Rahmen einer Visitation vor Ort überprüft wird. Bereits die Mitgliedschaft einer Geriatrie im Bundesverband Geriatrie ist damit ein klarer Beleg für eine qualitätsorientierte Patientenversorgung.

Unsere Mitglieder

Heute zählen wir über 370 Träger als Mitglieder. Diese betreiben Kliniken beziehungsweise Einrichtungen mit rund 23.000 Betten beziehungsweise Behandlungsplätzen. So sind unter anderem die Mehrzahl der größten Klinikverbünde und -konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglied des Verbandes. Die geriatrische Behandlung in unseren Mitgliedseinrichtungen beruht auf einem integrierten Ansatz, der den psychischen und funktionellen Zustand des Patienten wie auch seine soziale und ökonomische Situation berücksichtigt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit des älteren Menschen soweit möglich zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen.

Geriatrie ist eine Spezialdisziplin – interdisziplinär und ganzheitlich

Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den spezifischen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an betagten und hochbetagten Patienten ist, dass sie häufig von mehreren Erkrankungen und gesundheitlichen Einschränkungen gleichzeitig betroffen (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken und Fachabteilungen arbeiten auf Grundlage einer abgestimmten multidimensionalen geriatrischen Diagnosestellung der verschiedenen Krankheiten und ihrer Zusammenhänge. Darauf aufbauend erfolgt eine altersgerechte medizinische Intervention in Verbindung mit einer rehabilitativen Behandlung.

Der Fokus der geriatrischen Behandlung richtet sich dabei weniger auf eine einzelne (Grund-)Erkrankung oder ausschließlich auf den akuten Behandlungsbedarf. Im Mittelpunkt der Geriatrie stehen vielmehr die komplexen Zusammenhänge und Wechselwirkungen der verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Darüber hinaus berücksichtigt die geriatrische Behandlung regelhaft auch mögliche Ursachen und Folgen für altersbedingte und -typische Einschränkungen, wie zum Beispiel Stürze. Ziele jeder geriatrischen Behandlung sind die optimale und größtmögliche Wiederherstellung beziehungsweise Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit des geriatrischen Patienten und die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. So werden Patienten nach dem Abschluss einer geriatrischen Behandlung, soweit möglich, zumeist wieder in ihr gewohntes häusliches Umfeld entlassen. Sofern erforderlich, können ambulante und teilstationäre geriatrische Versorgungsangebote die Rückkehr dorthin unterstützen und so ganz auf den individuellen Versorgungsbedarf des Patienten abgestimmt werden. Damit leistet die Geriatrie nicht nur einen messbaren Beitrag zur Eindämmung von Pflegekosten – insbesondere die Lebensqualität, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die persönliche Selbstbestimmtheit älterer Menschen profitieren von der Arbeit unserer Mitgliedseinrichtungen.

Download IconSatzung des Bundesverbandes Geriatrie