Bereits zum 12. Mal konnte der Bundesverband Geriatrie Absolventen der „ZERCUR GERIATRIE®-Fachweiterbildung Pflege“ zu ihrer erfolgreich bestandenen Prüfung gratulieren.

Geriatriespezifisches Fachwissen hat in unserem Gesundheitssystem eine große Bedeutung erlangt. Die Anzahl hochbetagter, multimorbider Patienten hat vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft und eines steigenden durchschnittlichen Lebensalters deutlich zugenommen und wird weiter steigen.

Die vom Bundesverband Geriatrie gemeinsam mit dem Evangelischen Diakonieverein Zehlendorf entwickelte und 2010 eingeführte, „ZERCUR GERIATRIE®-Fachweiterbildung Pflege“ vermittelt Pflegefachkräften das erforderliche Wissen, um den besonderen Anforderungen der Versorgung geriatrischer Patienten gerecht zu werden. Die jeweiligen Abschlussprüfungen erfolgen dabei zweimal im Jahr zentral in Berlin.

Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie, unterstreicht: „Unser übergeordnetes Ziel als Verband ist es, eine durchgehend hohe Versorgungsqualität hochbetagter Patienten in Deutschland zu sichern. Daher setzen wir auch im Bereich Fortbildung konsequent auf Qualität. Unsere Partner sind ausschließlich lizensierte Bildungsträger, die für ein hohes fachliches Niveau stehen.“

Anke Wittrich, stellvertretende Geschäftsführerin des Bundesverbandes Geriatrie, betont, dass „unser Zercur Fachweiterbildungsangebot von den Pflegenden sehr gut angenommen wird. Seit dem Start 2010 haben sich schon 974 Teilnehmer aus 335 Einrichtungen angemeldet. 225 haben die Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden. Die Teilnehmer schätzen die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen und die modularisierte Struktur unserer Fortbildung.“

Nähere Informationen zum „ZERCUR GERIATRIE®-Basiskurs“ sowie zu den darauf aufbauenden Programmen „ZERCUR GERIATRIE®-Fachweiterbildung Pflege“ und „ZERCUR GERIATRIE®-Fachweiterbildung Therapeuten“ finden sich auch auf der Webseite des Bundesverbands Geriatrie e.V.: http://bv-geriatrie.de/verbandsarbeit/zercur-geriatrie/ueber-zercur



Dieser Pressemitteilung ist die Rückmeldung einer Teilnehmerin der „ZERCUR GERIATRIE®-Fachweiterbildung Pflege“ beigefügt.


Im November 2017 fanden bereits zum 12. Mal Abschlussprüfungen der „ZERCUR GERIATRIE®-Fachweiterbildung Pflege“ statt. Eine der erfolgreichen Absolventinnen ist Dunja Wondra, die als Krankenpflegerin im Klinikverbund der Kliniken Südostbayern AG, Kreisklinik Trostberg, als Bereichsleitung Innere Medizin und Geriatrische Rehabilitation arbeitet.


Bundesverband Geriatrie (BVG): Gratulation zum erfolgreichen Abschluss der geriatrischen Fachweiterbildung! Fortan dürfen Sie sich „Fachpflegekraft Aktivierend-therapeutische Pflege Geriatrie“ nennen. Welche neuerworbenen Qualifikationen verbergen sich hinter dem Titel?

Dunja Wondra: Vielen Dank für die guten Wünsche.

Der Inhalt der 520 Pflichtstunden in den unterschiedlichen Modulen ist hauptsächlich definiert über die aktivierend-therapeutische Pflegetätigkeit am und vor allem mit unseren geriatrischen Patienten. Viele der angebotenen Themen sind praxisrelevant und alltagstauglich. Ein Großteil der Lerninhalte wird zudem in anschaulicher Weise, z.B. in praktischen Übungen, geschult.

Das Grundverständnis für Begrifflichkeiten wie beispielsweise Geriatrischer Patient, Aktivierend-therapeutische Pflege, Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung sowie Gesetzesgrundlagen der Abrechnung in den verschiedenen geriatrischen Einrichtungen wird vermittelt. Das Bobath-Konzept, Validation, Kontinenz und Dysphagie sind nur einige der Grundlagenelemente, die für die Pflege unserer geriatrischen Patienten gelehrt werden. Vertieft werden diese durch den Unterricht für spezifische Krankheitsbilder wie z.B. pulmonale und kardiologische Erkrankungen, neurophysiologische Störungen, organische Hirnschädigungen, Stoffwechselerkrankungen und viele mehr.

Qualifizieren kann man sich mit diesem neu erworbenen Titel hauptsächlich im Bereich der Aktivierend-therapeutischen Pflege in der Geriatrie, im Bereich der interdisziplinären Zusammenarbeit, dem Grundverständnis für das Fachgebiet Geriatrie im Allgemeinen und letztendlich erwirbt man eine Fülle von wichtigen Zusatzinformationen z.B. zum Thema Multimedikation, Ethik, Kinästhetik, kultursensibler Umgang und wissenschaftliches Arbeiten, um nur einige wenige zu nennen.

Das Verfassen und Präsentieren der Facharbeit hilft einem hierbei, sein Wissen nochmals zu vertiefen und auch anzuwenden.

BVG: Welche Inhalte schätzen Sie für Ihre berufliche Tätigkeit als besonders wichtig ein? Haben Sie Themen vermisst?

Dunja Wondra: Für meine berufliche Tätigkeit besonders wertvoll war unter anderem der 2-wöchige Bobath-Grundkurs in Karlsruhe, Langensteinbach. Die Kursleiter verstanden es in wunderbarer Weise, die theoretischen Inhalte anschaulich zu vermitteln und die Teilnehmer konnten anschließend ihr neu erworbenes Wissen durch Selbsterfahrung und im Umgang mit den Patienten sofort umsetzen.

Viel Neues lernen durfte ich auch bei den Dozentinnen aus dem Hamburger Albertinen-Haus, die uns 2 Tage in Aktivierend-therapeutischer Pflege unterrichteten, bei dem Seminar über Inkontinenz in Berlin oder beispielsweise bei dem Modul Sprach-und Sprechstörungen in Gütersloh.

Vermisst habe ich lediglich in einigen Modulen die ausführlichere Darstellung der Nationalen Expertenstandards. Das Modul Aktivierend-therapeutische Pflege in der Geriatrie hätte durchaus noch weitere Tage umfassen dürfen.

BVG: Wie empfanden Sie den Aufbau und Ablauf der Fachweiterbildung? War eine Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung gegeben?

Dunja Wondra: Ich habe die Fachweiterbildung in einem Zeitraum von 8 Monaten absolviert und kann sagen, dass dies schon hin und wieder eine Herausforderung war. Die Module bei den verschiedenen Anbietern in diesem relativ kurzen Zeitrahmen zu buchen, erforderte ein hohes Maß an Logistik und Flexibilität. Ich hatte zwar das große Glück, dass mich mein Arbeitgeber, meine Kollegen und meine Familie maximal unterstützten und darf im wunderschönen Chiemgau leben und arbeiten, aber die vielen Reisen durch die ganze Republik waren schon einige Male sehr anstrengend. Nichtsdestotrotz, würde ich diese Fachweiterbildung sofort wieder machen, eventuell würde ich mir ein halbes Jahr länger Zeit dafür lassen.

Schade finde ich, dass im südlichen Teil Deutschlands leider nur sehr wenige Module angeboten werden. Bayern hat hier definitiv noch Aufholbedarf.

Organisiert waren die Veranstaltungen und auch die Prüfung bei durchweg allen Veranstaltern sehr gut. Besonders gefallen hat mir hier Berlin mit hervorragenden Dozenten, auch Hamburg und Gütersloh haben eine sehr hohe Schulungsqualität.

BVG: Was hat Ihnen besonders gut gefallen? Würden Sie die Fortbildung Ihren Kolleginnen und Kollegen weiterempfehlen?

Dunja Wondra: Der extrem hohe Benefit dieser Qualifikation hat mich veranlasst, mit unserem Bildungszentrum in Traunstein und unserer leitenden Ärztin in der Geriatrie, Fr. Dr. Gerusel-Bleck, sowie unserer Pflegedirektorin, Fr. Großauer, für das Jahr 2018 zu planen, einen Großteil der geforderten Pflichtmodule hier in Traunstein anzubieten. Selbstverständlich möchte ich sehr gerne einem großen Teil meiner Kollegen, die in einem geriatrischen Bereich arbeiten, aber auch Altenpflegekräfte und Mitarbeiter aus anderen therapeutischen Einrichtungen die Teilnahme an dieser Fachweiterbildung ermöglichen.

Wieder sensibler für unsere geriatrischen Patienten zu werden, Wissen zu mehren, sich der Nähe und Empathie zu unseren Patienten wieder bewusster zu werden und dies mit seinen Kollegen zu teilen, hat mir besonders gut gefallen.

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