Mehrere Einrichtungen erhielten DIN ISO ausgerichtetes Zertifikat / atz-“Siegel“ ist erste Auszeichnung, die durch unabhängiger Zertifizierer an ein Alterstraumatologisches Zentrum im Ausland vergeben wurde

Die Zertifizierung „atz – Alterstraumatologisches Zentrum“ nach dem von Bundesverband Geriatrie e.V., Deutscher Gesellschaft für Geriatrie e.V. und Deutscher Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie e.V. entwickelten Kriterienkatalog gestaltet sich weiter positiv. „Allein im ersten Halbjahr 2015 konnten Zertifikate an zehn klinische Einrichtungen im In- und Ausland vergeben werden“, erklärte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbands Geriatrie, in Berlin. „Besonders stolz sind wir darauf, dass ein unabhängiger Zertifizierer auf Grundlage des von unserem Verband und den medizinischen Fachgesellschaften für Geriatrie entwickelten Anforderungskatalogs eine Klinik in der Schweiz mit positivem Ergebnis  überprüfen konnte. Damit ist das atz-“Siegel“ die erste Auszeichnung, die an ein Alterstraumatologisches Zentrum im Ausland vergeben werden konnte.“ Nach einem mehrstufigen Prüfverfahren durch die Zertifizierungsgesellschaft DIOcert hatte das Zentrum für Alterstraumatologie der Kliniken für Geriatrie und Unfallchirurgie am Universitätsspital Zürich die Auszeichnung bereits im Juni dieses Jahres erhalten.

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie e.V. hatte der Bundesverband Geriatrie das Konzept „atz – Alterstraumatologisches Zentrum“ entwickelt. Ziel ist es, geriatrischen Traumapatienten neben der akut notwendigen unfallchirurgischen Versorgung unmittelbar altersmedizinische Kompetenz zukommen zu lassen und somit eine hohe Qualität der Patientenversorgung zu gewährleisten. Durch das abgestimmte Zusammenwirken von Unfallchirurgie und Geriatrie besitzt das „atz - Alterstraumatologisches Zentrum“ eine besondere Kompetenz in der frühestmöglichen auch prospektiven interdisziplinären Wahrnehmung von Komplikationen, sodass Risiken aus der geriatrietypischen Multimorbidität der Patienten minimiert werden können. Dazu gehört zum Beispiel eine gezielte Delir-Prophylaxe vor Operationen.  

Es werden somit frühzeitig die typischen geriatrischen Krankheitsbilder behandeln, die bei einem geriatrischen Traumapatienten zumeist sehr früh eine dominante Rolle im Krankheitsverlauf einnehmen. Damit wird die grundsätzliche Zielsetzung der Geriatrie, die Reintegration des geriatrischen Traumapatienten in sein soziales Umfeld zu ermöglichen, unterstützt und gefördert. Aus diesem Grunde arbeiten in einem Alterstraumatologischen Zentrum bettenführende Abteilungen der Geriatrie und der Unfallchirurgie mit ihren jeweiligen Spezialisten eng zusammen. Mit der Zertifizierung „atz – Alterstraumatologisches Zentrum“ wird eine hohe Qualität bei der Versorgung älterer Menschen mit Verletzungen, insbesondere mit Knochenbrüchen bestätigt, zu der sich die Klinik freiwillig verpflichtet hat.

„Es geht dabei nicht um die Einbindung eines einzelnen geriatrischen Facharztes“, so Dirk van den Heuvel. „Die fachspezifische Versorgung geriatrischer Patienten in Deutschland ist teamorientiert, d. h. Spezialisten verschiedener Professionen und Fachbereiche versorgen den geriatrischen Patienten gemeinsam. Die jeweiligen Versorgungsstrukturen der Geriatrie sind dabei organisatorisch und konzeptionell auf diesen Teamansatz besonders zugeschnitten. Diese besonderen Versorgungsstruktur sind in den 'atz' mit der notwendigen unfallchirurgischen Kompetenz verbunden.“

Das Zertifikat „atz – Alterstraumatologisches Zentrum“ deckt angesichts dieser Anforderungen sowohl Strukturfragen als auch Prozess- und Ergebnisqualitätsaspekte ab. Das Verfahren orientiert sich in Aufbau und Diktion an der ISO 9001, da diese Norm im Bereich der stationären Versorgung ein etabliertes Qualitätssicherungsinstrument ist. Das „atz – Alterstraumatologisches Zentrum“ ist dabei das einzige Zertifizierungsverfahren, welches von den Fachgesellschaften der Geriatrie unterstützt wird und völlig unabhängig von diesen durch einen unabhängigen Dritten „zum Selbstkostenpreis“ vergeben wird.

„Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung mit einem rapide steigenden Anteil einer alten und hochaltrigen Bevölkerungsgruppe und deren Spezifik – wie das Vorliegen verschiedener Grunderkrankungen und die zunehmende Gefahr von Stürzen und Verletzungen – stellt die Schaffung von 'atz' ein wesentliches Element zur Sicherung einer qualitätsgerechten und flächendeckenden geriatrischen Versorgung in Deutschland dar“, betonte Dirk van den Heuvel. „Wir sind uns sicher, dass die hohen Behandlungsstandards, die einer Zertifizierung zugrunde liegen, sowohl der fachgerechten Versorgung der betagten Patienten wie auch der Entlastung öffentlicher Kassen durch ein mögliches Verhindern von Pflegebedürftigkeit zugute kommen.“


Informationen zum „atz – Alterstraumatologisches Zentrum“ sind auf der Internetseite www.alterstraumzentrum.de abrufbar.

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