Bundesverband Geriatrie fordert flächendeckenden Ausbau altersmedizinischer Versorgung

Deutschlands Senioren bleiben trotz zunehmenden Alters aktiv und weitgehend gesund. Etwas mehr als drei Viertel der 65-Jährigen und Älteren fühlen sich körperlich und geistig fit. Zu diesem Ergebnis kommt die kürzlich veröffentlichte Studie „Generation 65 plus“ des Statistischen Bundesamtes. „Diese erfreuliche Entwicklung ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die fachgerechte altersmedizinische Versorgung in den vergangenen Jahren immer stärker ausgebaut wurde“, so Ansgar Veer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Geriatrie. Allein die im Bundesverband Geriatrie zusammengeschlossenen Klinikträger würden inzwischen rund 320 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben, die über ca. 22.000 Betten/Rehaplätze verfügen.

Wie der Bericht des Statistischen Bundesamtes jedoch zugleich belegte, steige mit zunehmendem Alter auch der Anteil jener Menschen, die sich gesundheitlich beeinträchtigt fühlten. So bezeichneten sich bei den 65 bis 69-Jährigen im Jahr 2013 rund 18 Prozent als krank oder unfallverletzt, in der Altersgruppe ab 75 Jahre waren es 28 Prozent. Der Anteil der Senioren an allen Behandlungen im Krankenhaus stieg in den vergangenen zehn Jahren von 38,5 auf 43,2 Prozent; 2,2 Millionen Menschen ab 65 Jahren waren zum Jahresende 2013 pflegebedürftig.

Vor diesem Hintergrund kommt dem Ausbau einer flächendeckenden geriatrischen Versorgung eine wachsende Bedeutung zu. „Die quantitativen und qualitativen Anforderungen an eine fachgerechte gesundheitliche Versorgung älterer Patienten steigen immens“, betonte Ansgar Veer. Während 2013 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland lebten, werde ihre Anzahl 2060 mit insgesamt 9 Millionen etwa doppelt so hoch sein wie heute. „Damit ist die fachgerechte geriatrische Versorgung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich nicht allein die Medizin, sondern auch Kostenträger, Kommunen und die Politik insgesamt, vor allem aber mit ihren gesetzgeberischen Initiativen stellen müssen.“ Unverständlich sei in diesem Zusammenhang, dass die strukturelle Unterfinanzierung insbesondere im Bereich der geriatrischen Rehabilitation noch immer nicht überwunden sei. Ebenso unverständlich sei zudem, dass im Krankenhausbereich neue bürokratische Hürden hinsichtlich der Übermittlung von Daten durch die Krankenkassen errichtet würden. Ansgar Veer: „Hier muss etwas getan werden – damit die guten Ergebnisse erhalten werden können.“

Download IconDownload PM: Fit im Alter – auch dank fachgerechter geriatrischer Versorgung