Neue Analyse zur Bevölkerungsentwicklung bestätigt demografischen Wandel / Bundesverband Geriatrie: Gesundheitspolitischer Rahmen muss an Veränderungen angepasst werden

Vor dem Hintergrund neuer Studien zur Bevölkerungsentwicklung hat der Bundesverband Geriatrie e.V. auf einen deutlich zunehmenden Bedarf an fachgerechter geriatrischer Versorgung verwiesen. „Die jetzt vorgelegte Analyse des Statistischen Bundesamtes prognostiziert ein starkes Wachstum in der Bevölkerungsgruppe über 65 Jahre sowie der hochbetagten Menschen“, so Ansgar Veer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands. „Damit steigen auch die quantitativen und qualitativen Anforderungen an eine fachgerechte gesundheitliche Versorgung älterer Patienten.“ Ansgar Veer ergänzte, dass bereits seit Jahren eine stetige Zunahme der Patientenzahlen in den Mitgliedseinrichtungen des Verbands zu verzeichnen sei.

Laut der Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland bis 2060 wird die Zahl der Menschen im Alter ab 65 Jahren in 45 Jahren 22 bis 23 Millionen betragen. Während derzeit jede fünfte Person dieser Altersgruppe angehört (2013: 21%) wird es 2060 jeder dritte sein (2060: etwa 33%). Die demografische Alterung schlage sich besonders deutlich in den Zahlen der Hochbetagten nieder. Während 2013 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland lebten, werde ihre Anzahl 2060 mit insgesamt 9 Millionen etwa doppelt so hoch sein wie heute. Der Anteil der Hochaltrigen an der Gesamtbevölkerung wird in diesem Zeitraum von 5% auf etwa 13% zunehmen.

„Angesichts der neuen Zahlen ist insbesondere der Gesetzgeber gefordert, diese Entwicklung in den derzeit ausgearbeiteten und diskutierten politischen Vorhaben ebenso zu berücksichtigen wie bei der Umsetzung aktuellen Gesetzesvorhaben wie z. B. der Krankenhausreform“, betonte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbands Geriatrie. Dabei sei fachgerechte geriatrische Versorgung nicht nur ein gesundheitlicher, sondern zugleich ein wesentlicher Faktor zur Entlastung der Haushalte. „So geht unter anderen die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von einer Verdoppelung der Pflegekosten für ältere Menschen bis 2050 aus. Auf diese Entwicklung müssen Politik und Kostenträger reagieren“, bekräftigte Dirk van den Heuvel. Gerade bei der Verhinderung einer Pflegebedürftigkeit spiele eine qualitativ hochwertige  Altersmedizin eine wichtige Rolle. „Wir haben als Verband mit unseren wissenschaftlichen Analysen wiederholt belegt, dass die Kostenentwicklung im Pflegereich durch eine gute fachspezifische Versorgung hochbetagter Patienten wirksam gedämpft werden kann. Dies erfordert jedoch einen konsequenten Ausbau der geriatrischen Versorgungslandschaft und insbesondere eine schnelle Lösung der aktuellen Finanzierungsprobleme der geriatrischen Rehabilitation.“

Download IconDownload PM: Herausforderung für fachgerechte geriatrische Versorgung