Immer mehr Krankenkassen fordern auf Grundlage des Urteils des Bundessozialgerichts (BSG B 1 KR 19/17 R zur Dokumentation der Teambesprechung nach OPS 8-550 Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung) Millionenbeträge von Geriatrien zurück.

Nach aktuellem Stand soll für Pflegekräfte in Rehabilitationskliniken kein zusätzliches Geld bereitgestellt werden. Das Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes (PpSG) beinhaltet bislang ausschließlich Maßnahmen zur Refinanzierung von Pflegekräften in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Rehakliniken werden von der Politik nicht berücksichtigt – obwohl die maßgeblichen Rehabilitationsverbände immer wieder darauf hingewiesen haben, dass dies weder sinnvoll noch sachlich begründbar ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) haben heute auf einer Pressekonferenz in Berlin die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie „Prävention, Therapie und Rehabilitation osteoporotischer Frakturen in benachteiligten Populationen (PROFinD) vorgestellt. Der Bundesverband Geriatrie e.V. (BV Geriatrie) begrüßt die Forderung nach einer engeren Zusammenarbeit beider medizinischen Fachabteilungen.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine eng verzahnte und gut strukturierte Zusammenarbeit von Geriatrie (Altersmedizin) und Unfallchirurgie die Überlebensrate bei Oberschenkelhalsbruch betagter und hochbetagter Unfallpatienten enorm verbessert.

Mit dem Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals“ hat die Bundesregierung die Gefahren eines sich verschärfenden Mangels an qualifizierten Pflegekräften offensichtlich erkannt und will unter anderem „spürbare Entlastungen im Alltag der Pflegekräfte durch eine bessere Personalausstattung und bessere Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege...[schaffen], um die Pflege und Betreuung der Patientinnen und Patienten sowie der Pflegebedürftigen weiter zu verbessern.“

Die Versorgung betagter und hochbetagter Patienten wird in den kommenden Jahren noch stärker in den Fokus des deutschen Gesundheitssystems rücken, als dies in den letzten Jahren der Fall war. Die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen der Sicherung einer qualitativ hochwertigen Versorgung erfordern unter anderem eine bessere Absicherung der Pflegepersonalausstattung.

Anlässlich der gestrigen Verbändeanhörung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), hat der Bundesverband Geriatrie e.V. versorgungsverbessernde Elemente des TSVG, wie etwa die Einführung eines neuen, sektorenübergreifenden Schiedsgremiums, sowohl auf Landes- wie auch auf Bundesebene, ausdrücklich begrüßt. Zugleich wurde jedoch erneut darauf hingewiesen, dass das Gremium der im Titel normierten Aufgabe in der jetzt angedachten Konstellation nicht gerecht wird. „Zu einer sektorenübergreifenden Ausgestaltung des Gremiums fehlt die Einbindung der Rehabilitation“, sagte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie.

Neben der Versorgung durch niedergelassene Vertragsärzte und der voll- sowie teilstationären Versorgung durch Krankenhäuser bildet die ambulante sowie stationäre Rehabilitation einen weiteren, eigenständigen im Gesetz (§40 SGB V) normierten Versorgungssektor. Es ist daher notwendig, auch diesen Sektor in einem Gremium zur Gestaltung von Regelungen der sektorenübergreifenden Versorgung strukturell abzubilden und regelhaft einzubinden.