Stellungnahme des Bundesverbandes Geriatrie zum BARMER-Krankenhausreport 2017

Im Juli 2017 präsentierte die BARMER im Rahmen einer Pressekonferenz den durch das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erstellten BARMER-Krankenhausreport 2017 mit dem Schwerpunktthema Geriatrie. Zur Beantwortung der versorgungspolitischen Fragen ist der Report nur sehr eingeschränkt geeignet. Die Analysen und Ergebnisse des Krankenhausreports und die hervorgerufenen Reaktionen in Presse und Öffentlichkeit nimmt der Bundesverband Geriatrie e.V. zum Anlass, eine Stellungnahme zu veröffentlichen, die Sie hier als PDF-Datei herunterladen können.

Am 1. September 2017 startete das Projekt TIGER (Transsektorales Interventionsprogramm zur Verbesserung der geriatrischen Versorgung in Regensburg), welches von Prof. Dr. Cornel Sieber und PD Dr. Ellen Freiberger vom Institut für Biomedizin des Alterns (IBA) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg initiiert wurde. Die Förderung erfolgt durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses G-BA. Im Projekt kooperieren das IBA der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), das Institut für Pflegewissenschaft (IPW) der Universität Bielefeld, die AOK Bayern, der Bundesverband Geriatrie e.V. (BV Geriatrie), das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Regensburg und das dortige Ärztenetz.

Die Entlassung geriatrischer Patienten aus dem Krankenhaus soll durch sogenannte „Pfadfinder“ vorbereitet und begleitet werden. Pfadfinder sind speziell geriatrisch ausgebildete Pflegefachpersonen. Ihr Einsatz umfasst ein Schnittstellenmanagement, zum Beispiel die Koordination von Hilfen und/oder Hilfsmitteln, beim Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Umgebung, um die Wiederaufnahmerate ins Krankenhaus zu vermeiden. Nach der Entlassung besuchen die Pfadfinder die Patienten über den Zeitraum eines Jahres regelmäßig zuhause und halten telefonischen Kontakt. Diesem Vorgehen liegt das US-amerikanische „Transitional Care-Model“ (TCM) zugrunde.

Als Meilensteine sind unter anderem die Veröffentlichung eines systematischen Literaturreviews zum Modell sowie die Durchführung und Publikation einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) gesetzt. Zudem soll eine umfassende Begleitforschung stattfinden. Zum Ende der dreijährigen Projektlaufzeit ist es vorgesehen, die erlangten Ergebnisse in die Versorgungslandschaft zu übertragen. Der BV Geriatrie e.V. ist an verschiedenen Arbeitspaketen beteiligt. Gemeinsam mit dem IBA soll bis Ende des Jahres 2018 der aktuelle wissenschaftliche Stand des TCM anhand des systematischen Literaturreviews für geriatrische Patienten veröffentlicht werden. Darüber hinaus wird Mitte dieses Jahres mit einer Informationssammlung der aktuellen Versorgungssituation begonnen. Diese und die vorläufigen Ergebnisse aus dem RCT werden zum Ende des Jahres 2019 die Grundlage für den Start des Übertragungsprozesses in die Versorgungslandschaft bilden.

Ansprechpartner beim Bundesverband Geriatrie:

Nadine Morkisch - wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tel.: 030 / 339 88 76 16

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und

Luz Dary Upegui - studentische Hilfskraft

Tel.: 030 / 339 88 76 16

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weitere Informationen zum Projekt TIGER unter:

www.iba.med.uni-erlangen.de/forschung/tiger-programm-zur-verbesserung-der-geriatr-versorgung/

https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/neue-versorgungsformen/tiger-transsektionales-interventionsprogramm-zur-verbesserung-der-geriatrischen-versorgung-in-regensburg.107

Zercur Logo Fachweiterbildung TherapeutenAb 2017 gibt es mit der ZERCUR GERIATRIE Fachweiterbildung Therapeuten auch für den therapeutischen Bereich des interdisziplinären, multiprofessionellen Teams eine geriatriespezifische Weiterbildung.

Neben dem Erwerb geriatriespezifischen Fachwissens steht bei dieser Weiterbildung auch der Vernetzungsgedanke für die Bereiche der Physiotherapie, der Ergotherapie und der Logopädie im Mittelpunkt. Im Hinblick auf den interdisziplinären Behandlungsansatz der Geriatrie besteht somit die Möglichkeit, die Arbeit der anderen Therapiebereiche besser kennen zu lernen und das Erlernte bei der eigenen Therapiearbeit mit dem Patienten einzubringen und so den Behandlungserfolg weiter zu optimieren.

Nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat sowie den Abschlusstitel „Zercur Fachtherapeut Geriatrie“.

  

Zielgruppe

Die ZERCUR GERIATRIE - Fachweiterbildung Therapeuten richtet sich an alle Therapeuten aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie die in Geriatrien tätig sind oder überwiegend mit geriatrischen Patienten arbeiten.

Voraussetzung zur Teilnahme ist die Erlaubnis zum Führen der staatlich anerkannten Berufsbezeichnung

  • Physiotherapeut/Krankengymnast
  • Ergotherapeut
  • Logopäde
  • Sprachtherapeut
  • Atem-, Sprech- und Stimmlehrer (Schule Schlaffhorst-Andersen)

Des Weiteren ist ein Nachweis über die Teilnahme am bzw. verbindliche Anmeldung zum ZERCUR GERIATRIE-Basislehrgang erforderlich.

Ferner ist eine vollzeitige Berufserfahrung im Umgang mit geriatrischen Patienten von mindestens 6 Monaten erforderlich.

 

Aufbau

Die Weiterbildung gliedert sich in einen Pflichtbereich und einen Wahlbereich. Aus diesen beiden Ausbildungsbereichen sind Module mit einen Umfang von ca. 400 Stunden zu absolvieren. Bereits absolvierte Module können ggf. anerkannt werden (z. B. Bobath, F.O.T.T.).

Der Pflichtbereich enthält u.a. folgende Module:

  • Bobath
  • Integrative Validation nach Nicole Richard
  • Kommunikation/Beziehungsarbeit
  • Geriatrische Versorgungsstrukturen
  • Abrechungsgrundlagen/Dokumentation
  • Geriatrisches Assessment und ICF/Clinical Reasoning
  • Wissenschaftliches Arbeiten
  • Mobilität und Mobilitätseinschränkungen
  • Psychologie des Alterns
  • Medikamente und deren Auswirkungen auf die therapeutische Maßnahmen
  • Umgang mit Schmerzen in der Therapie
  • Ess-/Schluckstörungen und Trachealkanülenversorgung
  • Stimm-, Sprech-, Sprachstörungen
  • Therapeutische Maßnahmen unter Beachtung kognitiver Beeinträchtigungen
  • Gestaltung von Gruppentherapien in der Geriatrie

 

Der Wahlbereich bietet die Möglichkeit, professionsspezifisch Schwerpunkte zu setzen:

  • Bobath - Aufbaukurs
  • F.O.T.T.
  • Perfetti-Konzept
  • Affolter

Bereits absolvierte Module können ggf. nach Prüfung durch die Geschäftsstelle anerkannt werden (Ausnahme Zercur-Aufbaumodule). 

 

Anmeldeverfahren

Die Anmeldung zur ZERCUR GERIATRIE-Fachweiterbildung Therapeuten erfolgt bei der Geschäftsstelle ZERCUR Fachweiterbildung des Bundesverbandes Geriatrie. [Anmeldeformulare sind im Downloadbereich rechts oder bei der Geschäftsstelle erhältlich.]

Die Teilnahmegebühr beträgt EUR 350,00 zzgl. 19% MwSt. und beinhaltet die Aufnahme in das Register der Teilnehmer der Fachweiterbildung Therapeuten sowie die kontinuierliche administrative Führung im Rahmen der Fachweiterbildung.

Die einzelnen Module müssen separat bei den Kursanbietern gebucht werden. Hierdurch fallen weitere Kosten an.

 

Kontakt

Bundesverband Geriatrie
Geschäftsstelle ZERCUR GERIATRIE Fachweiterbildung
Reinickendorfer Straße 61
13347 Berlin
 
Tel.: 030/3 39 88 76-13
Fax: 030/3 39 88 76-20
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zercur Logo FachweiterbildungPflegeNur wenige Jahre nach ihrer Einführung im Jahr 2010 hat sich die Fachweiterbildung Pflege als spezifische und zertifizierte Fortbildung im Rahmen von ZERCUR GERIATRIE® etabliert. Mit dem Programm wird dem pflegerischen Personal ein Instrument an die Hand gegeben, das es gerade den interdisziplinär arbeitenden therapeutischen Teams in der Altersmedizin ermöglicht, die hohen Qualitätsstandards in der Geriatrie und eine kontinuierliche Weiterbildung in diesem Fachbereich zu sichern.

Als geriatriespezifische Weiterbildung speziell für examinierte Pflegekräfte wird die Fachweiterbildung Pflege in Kooperation des Bundesverbands Geriatrie e.V. mit dem Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. angeboten.

Ziel der Fachweiterbildung Pflege ist es, examinierte Pflegefachkräfte in einer modularisierten Angebotsstruktur innerhalb von maximal fünf Jahren für die spezifischen Anforderungen in der Geriatrie, insbesondere im Hinblick auf die Aktivierend-therapeutische Pflege in der Geriatrie zu qualifizieren.

Vorteile der Fachweiterbildung Pflege

160923 Grafik Vorteile Fachweiterbildung Pflege

OPS 8-550 (180 h Zusatzqualifikation)

Die Fachweiterbildung Pflege erfüllt die Forderung des OPS 8-550 an eine strukturierte curriculare geriatriespezifische Zusatzqualifizierung. Alle angemeldeten Teilnehmer erhalten daher bereits bei 180 absolvierten Stunden eine entsprechende Bescheinigung. Punkte, die durch Anerkennung der Berufspraxis erworben wurden, werden hierbei nicht mit angerechnet.

 

170911 Grafik Pfeil FWB

 

Kursanbieter/Modulangebote

Die Module der Fachweiterbildung Pflege werden von lizensierten Akademien und Bildungsträgern angeboten; die Durchführung der Module muss inhaltlich und organisatorisch den bundesweiten Vorgaben entsprechen. Damit wird eine einheitliche Qualität der angebotenen Module sichergestellt. Die Lizenz wird durch die Geschäftsstelle der Fachweiterbildung Pflege vergeben.

  

Anmeldung

Die Anmeldung zur Fachweiterbildung Pflege erfolgt bei der Geschäftsstelle beim Bundesverband Geriatrie e.V. Die Teilnahmegebühr beträgt EUR 350,00 zzgl. 19% MwSt. und beinhaltet die Aufnahme in das Register der Teilnehmer zur Fachweiterbildung Pflege sowie die kontinuierliche administrative Führung der TeilnehmerInnen im Rahmen der Fachweiterbildung Pflege.

Voraussetzung für die Anmeldung

  • Erlaubnis zum Führen der staatlich anerkannten Berufsbezeichnung
    • Krankenschwester oder Krankenpfleger

    • Gesundheits- und Krankenpflegerin/-pfleger

    • Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/-pfleger

    • Altenpflegerin oder Altenpfleger


  • mind 6 Monate Berufspraxis in der Geriatrie (§§ 109/111 SGB V)
    • Nachweis durch Bescheinigung des Arbeitgebers

      Mitarbeiter aus den Bereichen Innere Medizin/Neurologie können unter bestimmten Bedingungen an der Fachweiterbildung Pflege teilnehmen. Bitte erfragen Sie die Konditionen in der Geschäftsstelle.



  • ZERCUR GERIATRIE® Basislehrgang
    • Zertifikat
 oder
    • Nachweis über verbindliche Anmeldung zu einem Basislehrgang zu Beginn der FWB Pflege


 

Prüfung

Die während der Fachweiterbildung Pflege erworbenen Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten sind im Rahmen einer Prüfung zum Abschluss der Fachweiterbildung nachzuweisen. Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (Facharbeit) und einem mündlichen Teil (Prüfungsvortrag) und findet derzeit zweimal jährlich zentral in Berlin statt.

Bei erfolgreich bestandener Abschlussprüfung erhielten die TeilnehmerInnen bislang das Zertifikat „Fachpflegekraft Aktivierend-therapeutische Pflege Geriatrie". Mit Prüfungen ab dem 01.01.2018 lautet der Abschlusstitel "ZERCUR Pflegefachkraft Geriatrie".

Die Teilnahme am Prüfungsmodul ist kostenpflichtig. Die Prüfungsgebühren betragen derzeit EUR 250,00 zzgl 19% MwSt.

Prüfungstermine

Donnerstag, 03.05.2018 und Freitag, 04.05.2018 (Anmeldefrist bis 31.12.2017)
Montag, 12.11.2018 und Dienstag, 13.11.2018     (Anmeldefrist bis 30.06.2018)

Montag, 06.05.2019 und Dienstag, den 07.05.2019 (Anmeldefrist bis 31.12.2018)
Montag, 11.11.2019 und Dienstag, den 12.11.2019 (Anmeldefrist bis 30.06.2019)

(Den Teilnehmern wird rechtzeitig bekannt gegeben, an welchem Termin ihre Prüfung stattfindet.)

 

 

161201 RbP Logo

Für die Fachweiterbildung Pflege können 40 Fortbildungspunkte bei der Registrierung beruflich Pflegender GmbH eingereicht werden.

 

Weitere Informationen, Handbuch und Anmeldung unter:

Bundesverband Geriatrie

Geschäftsstelle ZERCUR GERIATRIE Fachweiterbildung


Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin



Tel.: 030 / 3 39 88 76-13
Fax: 030 / 339 88 76-20
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die Sicherung und Förderung der Qualität in der Versorgung der Patienten ist heute zu einem zentralen Element in der Gesundheitsversorgung geworden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Qualifikation des Personals. Vor diesem Hintergrund setzen die geriatrischen DRGs "qualifiziertes Personal" voraus; im Rehabereich findet dieser Gedanke über die verschiedenen Qualitätssicherungsverfahren Eingang.

Im Jahr 2005 hat der Bundesverband Geriatrie mit der Entwicklung und Konzipierung von Fort- und Weiterbildungen für die Geriatrie begonnen. Ziel war es, eine alternative Fortbildung zu entwickeln, welche alle notwendigen Grundlagen im Sinne des Teamansatzes in der Geriatrie vermittelt, sich jedoch zugleich zeitlich auf das wirklich wesentliche Basiswissen beschränkt. Das erworbene Basiswissen sollte in der weiteren Folge durch eine fachspezifische Weiterbildung für die einzelnen Professionen vertieft werden können.

Als Ergebnis hat der Bundesverband Geriatrie die Fort- und Weiterbildungsqualifizierung "ZERCUR GERIATRIE®" entwickelt.

Dieses zertifizierte Curriculum Geriatrie gliedert sich wie folgt:

  1. ZERCUR GERIATRIE® – Basislehrgang (seit Dezember 2006 im Regelbetrieb)
  2. ZERCUR GERIATRIE® – Fachweiterbildung Pflege (seit 2010)
  3. ZERCUR GERIATRIE® – Fachweiterbildung Therapeuten (ab 2017)
  4. ZERCUR GERIATRIE® – Pflegehelfer (ab 2018)

ZG Fachweiterbildungen

Rückmeldung einer Teilnehmerin der „ZERCUR GERIATRIE®-Fachweiterbildung Pflege:

Im November 2017 fanden bereits zum 12. Mal Abschlussprüfungen der „ZERCUR GERIATRIE®-Fachweiterbildung Pflege“ statt. Eine der erfolgreichen Absolventinnen ist Dunja Wondra, die als Krankenpflegerin im Klinikverbund der Kliniken Südostbayern AG, Kreisklinik Trostberg, als Bereichsleitung Innere Medizin und Geriatrische Rehabilitation arbeitet.

Bundesverband Geriatrie (BVG): Gratulation zum erfolgreichen Abschluss der geriatrischen Fachweiterbildung! Fortan dürfen Sie sich „Fachpflegekraft Aktivierend-therapeutische Pflege Geriatrie“ nennen. Welche neuerworbenen Qualifikationen verbergen sich hinter dem Titel?

Dunja Wondra: Vielen Dank für die guten Wünsche.

Der Inhalt der 520 Pflichtstunden in den unterschiedlichen Modulen ist hauptsächlich definiert über die aktivierend-therapeutische Pflegetätigkeit am und vor allem mit unseren geriatrischen Patienten. Viele der angebotenen Themen sind praxisrelevant und alltagstauglich. Ein Großteil der Lerninhalte wird zudem in anschaulicher Weise, z.B. in praktischen Übungen, geschult.

Das Grundverständnis für Begrifflichkeiten wie beispielsweise Geriatrischer Patient, Aktivierend-therapeutische Pflege, Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung sowie Gesetzesgrundlagen der Abrechnung in den verschiedenen geriatrischen Einrichtungen wird vermittelt. Das Bobath-Konzept, Validation, Kontinenz und Dysphagie sind nur einige der Grundlagenelemente, die für die Pflege unserer geriatrischen Patienten gelehrt werden. Vertieft werden diese durch den Unterricht für spezifische Krankheitsbilder wie z.B. pulmonale und kardiologische Erkrankungen, neurophysiologische Störungen, organische Hirnschädigungen, Stoffwechselerkrankungen und viele mehr.

Qualifizieren kann man sich mit diesem neu erworbenen Titel hauptsächlich im Bereich der Aktivierend-therapeutischen Pflege in der Geriatrie, im Bereich der interdisziplinären Zusammenarbeit, dem Grundverständnis für das Fachgebiet Geriatrie im Allgemeinen und letztendlich erwirbt man eine Fülle von wichtigen Zusatzinformationen z.B. zum Thema Multimedikation, Ethik, Kinästhetik, kultursensibler Umgang und wissenschaftliches Arbeiten, um nur einige wenige zu nennen.

Das Verfassen und Präsentieren der Facharbeit hilft einem hierbei, sein Wissen nochmals zu vertiefen und auch anzuwenden.

BVG: Welche Inhalte schätzen Sie für Ihre berufliche Tätigkeit als besonders wichtig ein? Haben Sie Themen vermisst?

Dunja Wondra: Für meine berufliche Tätigkeit besonders wertvoll war unter anderem der 2-wöchige Bobath-Grundkurs in Karlsruhe, Langensteinbach. Die Kursleiter verstanden es in wunderbarer Weise, die theoretischen Inhalte anschaulich zu vermitteln und die Teilnehmer konnten anschließend ihr neu erworbenes Wissen durch Selbsterfahrung und im Umgang mit den Patienten sofort umsetzen.

Viel Neues lernen durfte ich auch bei den Dozentinnen aus dem Hamburger Albertinen-Haus, die uns 2 Tage in Aktivierend-therapeutischer Pflege unterrichteten, bei dem Seminar über Inkontinenz in Berlin oder beispielsweise bei dem Modul Sprach-und Sprechstörungen in Gütersloh.

Vermisst habe ich lediglich in einigen Modulen die ausführlichere Darstellung der Nationalen Expertenstandards. Das Modul Aktivierend-therapeutische Pflege in der Geriatrie hätte durchaus noch weitere Tage umfassen dürfen.

BVG: Wie empfanden Sie den Aufbau und Ablauf der Fachweiterbildung? War eine Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung gegeben?

Dunja Wondra: Ich habe die Fachweiterbildung in einem Zeitraum von 8 Monaten absolviert und kann sagen, dass dies schon hin und wieder eine Herausforderung war. Die Module bei den verschiedenen Anbietern in diesem relativ kurzen Zeitrahmen zu buchen, erforderte ein hohes Maß an Logistik und Flexibilität. Ich hatte zwar das große Glück, dass mich mein Arbeitgeber, meine Kollegen und meine Familie maximal unterstützten und darf im wunderschönen Chiemgau leben und arbeiten, aber die vielen Reisen durch die ganze Republik waren schon einige Male sehr anstrengend. Nichtsdestotrotz, würde ich diese Fachweiterbildung sofort wieder machen, eventuell würde ich mir ein halbes Jahr länger Zeit dafür lassen.

Schade finde ich, dass im südlichen Teil Deutschlands leider nur sehr wenige Module angeboten werden. Bayern hat hier definitiv noch Aufholbedarf.

Organisiert waren die Veranstaltungen und auch die Prüfung bei durchweg allen Veranstaltern sehr gut. Besonders gefallen hat mir hier Berlin mit hervorragenden Dozenten, auch Hamburg und Gütersloh haben eine sehr hohe Schulungsqualität.

BVG: Was hat Ihnen besonders gut gefallen? Würden Sie die Fortbildung Ihren Kolleginnen und Kollegen weiterempfehlen?

Dunja Wondra: Der extrem hohe Benefit dieser Qualifikation hat mich veranlasst, mit unserem Bildungszentrum in Traunstein und unserer leitenden Ärztin in der Geriatrie, Fr. Dr. Gerusel-Bleck, sowie unserer Pflegedirektorin, Fr. Großauer, für das Jahr 2018 zu planen, einen Großteil der geforderten Pflichtmodule hier in Traunstein anzubieten. Selbstverständlich möchte ich sehr gerne einem großen Teil meiner Kollegen, die in einem geriatrischen Bereich arbeiten, aber auch Altenpflegekräfte und Mitarbeiter aus anderen therapeutischen Einrichtungen die Teilnahme an dieser Fachweiterbildung ermöglichen.

Wieder sensibler für unsere geriatrischen Patienten zu werden, Wissen zu mehren, sich der Nähe und Empathie zu unseren Patienten wieder bewusster zu werden und dies mit seinen Kollegen zu teilen, hat mir besonders gut gefallen.


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Logo Pflegehelfer

Der zunehmende Fachkräftemangel wird zu einem vermehrten Einsatz von Pflegehelfern mit ein- oder zweijähriger Ausbildung führen. Bereits jetzt steigt die Nachfrage an einer geriatrischen Weiterbildung durch diese Klientel. Auch die Pflegefachkräfte arbeiten nah am Patienten und sollten deshalb geriatrisch qualifiziert sein. Aus diesem Grund wurde die Weiterbildung ZERCUR GERIATRIE Pflegehelfer durch den Landesverband Sachsen in Kooperation mit dem Bundesverband Geriatrie entwickelt. Sie richtet sich in erster Linie an pflegerische Hilfskräfte, die in der Geriatrie tätig sind oder überwiegend mit geriatrischen Patienten arbeiten.

Mit dieser Weiterbildung, soll die pflegerischer Arbeit mit theoretischem Grundwissen gestützt, praktische Übung mit Selbsterfahrung kombiniert, sowie der gegenseitige Erfahrungsaustausch gefördert werden.


Die Maßnahme ersetzt keinerlei pflegerische Ausbildung und führt auch nicht zu einem staatlich anerkannten Ausbildungsabschluss!

Voraussetzungen zur Teilnahme sind zwei Jahre pflegerische Berufserfahrung in der Geriatrie und das Mindestalter von 20 Jahren. Ausnahmeregelungen sind in Absprache mit dem Bundsverband Geriatrie möglich.

 

Inhalte/Umfang

Die Weiterbildung umfasst 5 Tage theoretischen und praktischen Unterrichts zu den Themen Grundlagen der Geriatrie, Körperpflege und Kleiden, Ernährung, Ausscheidung, Hygiene, Mobilität. Beziehungsarbeit/Kommunikation, Kommunikationsstörungen, Typische geriatrische Pflegesituationen und Rechtliche Aspekte. Dabei werden bis zu 50% praktische Übungen und Selbsterfahrungen Teil der Vermittlung sein.

Pflegehelfer Inhalte

Neben den fachlichen Inhalten sollen in allen Unterrichtseinheiten auch ethische Grundsätze, Interdisziplinarität sowie Multiprofessionalität vermittelt werden.

Innerhalb der Weiterbildung sind durch die Teilnehmer drei praxisbezogene schriftliche Nachweise in Form von Hausaufgaben zu leisten. Außerdem muss eine Abschlussarbeit erstellt werden. Diese hat das Erstellen einer Biografie eines Patienten mit Ableitungen zu im Kurs bearbeiteten Themen zur Aufgabe.

Ergänzt werden diese fünf Tage durch einen Hospitationstag. Ziel dieses Tages ist es, die im Kurs angesprochenen Themen in der Praxis zu erleben und kennen zu lernen.
Die Hospitation soll ausschließlich im Bereich der Pflege erfolgen und ist in einer geriatrischen stationären Mitgliedseinrichtung zu absolvieren, die auch Pflegehelfer beschäftigt.

Zum Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmer ein Abschlusszertifikat.

 

Weitere Informationen unter:

Bundesverband Geriatrie

Michaela Brooksiek

Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin


Tel.: 030 / 3 39 88 76-12
Fax: 030 / 3 39 88 76-20

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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